Es ist ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit ohne Einschränkung in der Türkei reisen zu können! Zwar gelten auch hier die gleichen gelockerten Hygiene Massnahmen wie in anderen Ländern, sowie Maskenpflicht in Geschäften.

Nach der Iranischen Grenze ist die Strasse gespenstisch leer, da noch kein regulärer Grenzverkehr zwischen dem Iran stattfindet. Nur dank einer Sonderbewilligung, die die Schweizer Botschaft für uns erwirkte, konnten wir die Grenze passieren.

Im Van See, dem grössten See der Türkei, springen wir alle drei genüsslich ins Wasser und Schwimmen eine Runde. Wie haben wir das doch im Iran vermisst!

Wir fahren dem Nordufer entlang. In Adilcevaz fahren wir durch das Dorf um die antike Stätte der Burgruine aufzusuchen. Eine schmale Piste führt steil den Berg hinauf. Wieder einmal sind wir froh, dass SAM so gut ausgestattet ist und dies gut bewältigt. Die Aussicht bei den Ruinen ist überwältigend. Wie schön, dass wir alleine da sind und es einen schönen flachen Platz gibt so dass wir hier übernachten können.

Das nächste Dorf Ahlat scheint von alters her ein beliebter Platz für Verstorbene zu sein. Dort besichtigen wir trotz der herrschenden Hitze ein Gräberfeld mit schön verzierten hohen Grabstelen. Sie sind zum Teil bis 700 Jahre alt. Wichtige Persönlichkeiten haben sich Grabtürme oder ein Mausoleum errichten lassen.

Der Vulkan Nemrut Dagi ist seit 1441 nicht mehr aktiv. Auf einer Piste fahren wir hinunter in die Caldera bis zum grössten See wo wir einen schönen Stellplatz finden. Schwarzglänzende Obsidian Felsbrocken und bunte Wildblumen setzen markante Akzente in dieser Bergwelt auf 2240 m.

Salzgewinnung in den Bergen mit Verkaufsständen an der Strasse.

Unterwegs zum Atatürk Stausee

Auf dem Götterberg Nemrut Dagi hat sich der kommagenische König Antiochus I. im 1. Jahrhundert v. Chr. eine einmalige Gedenkstätte geschaffen. Aus Stein gehauene überlebensgrosse Götter die auf ihren steinernen Thronen posieren, flankiert von je einem Adler und Löwen. Mittendrin thront Antiochus I. dessen Grabkammer im Innern des Tumulus liegt. Sehr beeindruckt von dem mystischen Ort und den 2000 Jahre alten Hinterlassenschaften einer grossartigen Kultur steigen wir bei Sonnenuntergang den Berg hinunter zu SAM. Wir können auf dem Parkplatz beim Eingang übernachten und benützen die Gelegenheit im Restaurant nebenan auf der Terrasse zu Essen.

Durch eine bizarre Felslandschaft fahren wir am andern Tag hinunter zu einer weiteren Kultstätte der Kommagene, Arsemeia. Ein Bergweg führt an verschiedenen Statuen vorbei zum Relief von König Mithradates und Herkules, daneben befindet sich über einem Tunneleingang die in Stein gehauene wichtigste schriftliche Hinterlassenschaft des Kommagene-Reiches. 

Bei der alten Brücke unterhalb der Festung von Yeni Kale nehmen wir ein willkommenes Erfrischungsbad im klaren Wasser. Nun da wir nicht mehr in den Bergregionen sind, setzt uns die Hitze stark zu, so dass uns Besichtigungen nicht mehr so leicht fallen.

Manchmal ist es schwierig einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, besonders wenn hauptsächlich Kulturland dominiert. Fast immer finden wir jedoch einen Weg zu einem abgelegenen Platz. Dieses Mal biegen wir von der Hauptstrasse auf eine Feldstrasse ab und fahren einen Hügel hinauf. Wir haben Glück und finden zuoberst einen flachen Platz neben Pistazienbäumen und mit toller Aussicht. Das wird ein gemütlicher Abend und eine ruhige Nacht.

Kurz nach dem Aufstehen treffen zwei Feldarbeiter ein und fragen uns etwas verwundert in gutem Englisch wie wir denn diesen Platz gefunden hätten.  Sie machen sich an die Arbeit im Pistazienhain, und wir bereiten unser Frühstück vor. In dem Moment als die Bialetti den Kaffeeduft verströmt, tönt es vom Feld her: zwei Kaffee bitte! Das nehmen wir Ernst und bringen unseren Nachbarn den gewünschten Kaffee mit einem Lachen. Die beiden, Onkel und Neffe, setzen sich lieber zu uns und nehmen ebenfalls ihr Frühstück ein. Die Unterhaltung ist interessant, beide haben jahrelang in England und in der Schweiz gearbeitet. Anschliessend zeigen sie uns wie die Pistazienbäume veredelt werden. Es braucht viel Fingerspitzengefühl die frischen Triebe an den Ästen einzusetzen.

An blühenden Sonnenblumenfelder vorbei erreichen wir die lang ersehnte Mittelmeerküste bei Jumurtalik. Das Wasser ist sehr warm, wir bleiben alle drei lange im Wasser um uns möglichst etwas abzukühlen. Das Ambiente im Fischerdorf mit den antiken Mauerresten ist sehr gemütlich. Wir geniessen eine feine Fischmahlzeit und trinken zum ersten Mal seit 6 Monaten wieder einmal Wein.

Alte Brücke und Moschee in Adana

Um Antalaya ist die Küste teilweise stark verbaut mit grossen Hotels und Apartmenthäusern. Zum Glück finden wir doch immer wieder kleine sympathische Campingplätze in natürlicher Umgebung.

Die imposante Burg Anamur an der türkischen Riviera .

Die St. Nikolaus Kirche in Myra ist leider wegen Corona noch immer geschlossen. Der St. Nikolaus Brauch soll von hier wegen dem mildtätigen Bischof Nikolaus herkommen.

Im Hafen von Demre geht es gemächlich zu, weil die vielen Tagestouristen ausbleiben. Der Campingplatz ist allerdings recht gut ausgelastet. Im Fluss in der Nähe gibt es einige kühle Mineralquellen in denen bereits in der Antike gebadet wurde.

Die Treibhäuser sind weniger schön anzusehen.

Etwas ausserhalb von Fethiye finden wir auf dem bäuerlichen Doga Camp mit vielen Tieren einen Platz. Unsere Nachbarn, eine sympathische türkische Familie, laden uns zum Tee den sie in ihrem schönen Samowar zubereiten.

Unterwegs

Angenehm kühler, wilder Campingplatz; leider liegt sehr viel Abfall herum.

Rote Basilika in Bergama

Die Ruinen von Pergamon thronen über der Kleinstadt Bergama. Es ist heiss und wir ruhen uns nach der Besichtigung im Baumschatten aus.

Durch hügeliges Gebiet fahren wir auf einer Nebenstrasse von Bergama aus wieder Richtung Küste. Wälder mit kugeligen Pinien prägen das Bild. Die Zapfen werden gesammelt, getrocknet, die Pinienkerne aufbereitet und für den Markt bereitgestellt. Dass es sich bei diesen Pinienzapfen um ein besonders kostbares Gut handelt, können wir anhand der Einzäunung und der Bewachung durch die beiden Rottweiler erahnen.

Die Region von Troas ist sehr ländlich. Es ist allerdings Sonntag und es sind viele Ausflügler auf der schmalen Strasse unterwegs. Anhalten bei Strand oder Restaurant ist für uns unmöglich. Wir fahren etwas in die Höhe und machen eine Pause in unserer Cafeteria mit Aussicht.

Im abgelegenen und ruhigen Daylan finden wir ohne Probleme Parkplatz, Strand und Restaurant vor und sind glücklich. Auf dem grosszügigen Strandplatz den wir für die Nacht wählen, treffen wir auf zwei französische Reisemobile, welche vier Monate in Georgien eingeschlossen waren und nun ebenfalls durch die Türkei Richtung Europa reisen.

Unterwegs in Troja. Wir schauen uns das sagenumworbene hölzerne Pferd an oder wenigstens eine Kopie davon.

Mit der Fähre fahren wir von Camakkale über die Dardanellen nach Europa.

Auf der Halbinsel Galipoli fanden in der Vergangenheit öfters brutale Schlachten statt. Aus diesem Grunde wurde ein grosser Teil als Gedenkstätte an die Gefallenen Soldaten reserviert. Wir fanden einen wunderschönen Traumstrand, perfekt zum Übernachten, leider war es verboten dort über Nacht zu bleiben, da das Gelände zu eben diesem Gedenkpark gehört.

Später als sonst suchen wir deshalb einen Platz der nicht an so prominenter Lage liegt. Diesen finden wir auf einem abgemähten Weizenfeld, weit und breit kein Haus. Gerade als wir noch gemütlich nach dem Essen draussen sitzen hören wir Schüsse in der Nähe. Etwas erschrocken rufen wir Juvi zu uns der aufgeregt bellt. Vorbei ist es mit der Gemütlichkeit, immer wieder sind Schüsse zu hören. Juvi hat sich inzwischen zwar daran gewöhnt und bleibt ruhig, aber uns ist die Lust vergangen weiter draussen zu sitzen und wir gehen ins Bett. Die ganze Nacht über hören wir den Lärm, von gutem Schlaf kann keine Rede sein. Aber langsam wird uns klar, dass es sich um eine fest installierte Knallerei handeln muss um die Wildschweine abzuschrecken.

Der letzte Reisetag in der Türkei bricht an. Eigentlich wären wir gerne länger in diesem interessanten und abwechslungsreichen Land geblieben. Hochsommer und Hauptreisezeit ist jedoch nicht unsere  bevorzugte Zeit zum Reisen in einem so südlichen Land. Bulgarien und Rumänien sind unsere nächsten Reiseziele der Sommer ist genau die richtige Zeit für diese Länder.

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