
Die Fähre von Sharjah nach Bandar Abbas ist mit Passagieren ausgebucht, die Aufregung ist gross, da es ja ins Corona Krisengebiet Iran geht. Wir dürfen ohne weiteres im Reisemobil übernachten und verlassen das Auto erst am Morgen wieder als die Fähre anlegt. Die Gesundheitspolizei kommt an Bord und misst bei allen Passagieren Fieber. Wir sind OK und erhalten später dafür ein Gesundheitszeugnis und Atemmasken.

Am Nachmittag ist die langwierige und komplizierte Einreise mit den Fahrzeugen endlich abgeschlossen und wir dürfen Losfahren. Vergeblich bemühen wir uns darum eine Autoversicherung abschliessen zu können. Zum einen sind die Agenturen wegen Corona zu, oder nur morgens geöffnet. Wir übernachten deshalb ausnahmsweise im Stadtpark am Meer. Es ist noch immer lebhaft in der Stadt. Man sieht Leute beim Einkaufen und Sport treiben im Park. Beim Frühstück im Park können wir den Flamingos bei der Nahrungssuche zusehen.

Die Autoversicherung ist bald gelöst und wir sind froh, die Stadt hinter uns zu lassen. Die Landschaft ist erstaunlich grün, ein starker Wind bläst und die Luft ist staubgeschwängert.

Wir finden einen schönen Übernachtungsplatz oberhalb von einem Fluss. Kurz vorher haben wir die Alleinreisende junge Ines aus Deutschland angetroffen, die sich gerne für ein paar Tage uns anschliesst.





Das Diesel Tanken im Iran ist eigentlich nur mit einer staatlicher Karte möglich. Wir finden zum Glück immer LKW Chauffeure die uns gegen Bezahlung ihre Karte zur Verfügung stellen. Der Literpreis ist mit 4 Rappen extrem günstig. Allerdings ist die Qualität auch extrem schlecht. Wir hoffen fest, dass der moderne Motor von Sam dies aushält.

Auf dem Weg nach Bam besuchen wir eine antike Ausgrabungsstätte bei Jiroft. Es handelt sich dabei aber nicht um die 5000 Jahre alte Stätte die wir ursprünglich besuchen wollen, sondern um eine frühislamische Stadt.

Die aus Adobe gebaute Festungsstadt Bam können wir zum Glück noch besuchen. Alle Shops und Cafés sind allerdings geschlossen. Es hat auch kaum andere Leute unterwegs. In der Stadt finden wir kleine Geschäfte die geöffnet sind und so können wir uns mit frischen Esswaren eindecken.



Die Fahrt in die Wüste Lut führt uns durch die Berge wir bewundern die grosse Farbenpracht. Unser Ziel ist der Keshit Canyon, eine Oase mitten in der Wüst. Das Wasser im Bach ist allerdings salzig.




Idyllisches Oasendorf am Fuss der Berge. Backsteinhaufen sieht man oft vor den Häusern und ist wohl Vorrat für kommende Bautätigkeiten.



In Mahan fahren wir zum Garten Bag-e Shahzadeh, der wunderschön angelegt ist mit Wasserläufen und schattenspendenden Bäumen. Leider ist er wegen Corona geschlossen und wir können nur einen kleinen Teil besichtigen.

Mehr Glück haben wir bei der zweiten Sehenswürdigkeit der kleinen Stadt. Das prächtige Grabmahl des Sufimeister Nematollah dürfen wir uns mit Begleitung ansehen.


Für drei Tage fahren wir wieder in die Wüste Lut und übernachten an verschiedenen Offroad Plätzen bei den Kalouts. Diese Formationen sind durch Wind, Sand und Wasser entstanden. Am zweiten Tag weht starker Wind und taucht die Wüste in ein diffuses mit Sand geschwängertes Licht.





Die Lut gilt als eine der heissesten Gegenden der Welt, es werden bis 70° erreicht. Die Wüstenbewohner haben unterirdische Wohnräume bis auf den Grundwasserspiegel gegraben. Bei grosser Hitze im Sommer bleiben diese angenehm kühl.

Auf der Fahrt tiefer hinein in die Wüste trauen wir unseren Augen nicht, ein leuchtend grüner Salzsee liegt vor uns, ein Wunder der Natur. Etwas später gibt es eine längere Umfahrung, weil die Strasse von einem reissenden Fluss überschwemmt ist. Auch weiter, in der trockenen Wüste sieht man vielerorts Spuren von reissenden Wassermassen, die jeweils von den Bergen fliessen.




Nach drei erlebnisreichen Tagen mit schönen Wanderungen, Ruhe geniessen, Brot und Apfelstrudel backen fahren wir bei strahlendem Wetter wieder zurück über die Berge nach Kerman.



Unterwegs tanken wir kurz vor der Passhöhe noch Wasser aus dem Bergbach.

In Kerman können wir wieder einmal Dollars in Iranische Rials wechseln: für 300 $ erhalten wir 45 Millionen Rials! Was für ein Gefühl! Tatsächlich können wir mit diesem Geld sehr lange auskommen, denn die Nahrungsmittel und Diesel sind extrem günstig. Wegen Corona sind Museen und Restaurants geschlossen.
Wir dürfen in der Stadt beim Hotel Akhavan stehen und geniessen am Abend das feine Essen im noch geöffneten Restaurant.

Der Bazar von Kerman ist einer der schönsten und authentischsten von Iran. Wir lassen uns beim durchschlendern vom orientalischen Charme bezaubern, obwohl mehrere Geschäfte geschlossen sind.






Wir suchen einen Tierarzt auf um für Juvi die Tollwutimpfung aufzufrischen. In der modernen Praxis von Peyvan werden wir herzlich willkommen geheissen und Juvi lässt die Impfung problemlos über sich ergehen. Sogar einen grossen Sack deutsches Qualitäts- Hundefutter können wir kaufen. Wir waren schon etwas in Sorge ob wir im Iran Hundefutter finden werden.

Und wieder raus aus der Stadt zu einem schönen Übernachtungsplatz in den Bergen bei einer Karawanserei. Es ist so ruhig hier und gefällt uns so gut, dass wir gleich 2 Tage bleiben.


Langsam fahren wir nordwärts durch die Wüste Lut. In der Oase Ravar werden Pistazien angebaut deren Bäume sich zur Zeit noch im Winterkleid präsentieren.

Beim geschlossenen Thermalbad können wir das heisse Wasser nur ausserhalb testen.


Wir finden immer wieder schöne ruhige Offroad Plätze zum Übernachten.




Tabas ist eine beschauliche Kleinstadt mitten in der Wüste. Wasser aus den Bergen ist genügend vorhanden. Die Strassen sind gesäumt mit Palmen und Blumenrabatten. Wir kaufen Gemüse und Obst sowie frisches Brot ein. Dann machen wir uns auf die Suche nach einer Wäscherei da unser Wäschesack überquillt. Leider ist die Wäscherei geschlossen, aber dank der Hilfe von Anwohnern können wir unsere Wäsche beim Nachbar deponieren. Er versichert uns, die Wäsche abzugeben, wenn die Wäscherei gegen Abend öffnet.

Der schöne Garten, den wir noch besuchen wollen ist leider ebenfalls geschlossen. Wir betrachten ihn so gut wie möglich von aussen.

Anschliessend fahren wir in die Berge und finden erneut einen wunderschönen Stellplatz.


Gespannt fahren wir am nächsten Tag zur Wäscherei. Ob die Übergabe von unserer Wäsche wohl geklappt hat… Ja es hat geklappt, der junge Herr überreicht uns zudem einen Brief vom hilfsbereiten Nachbar. Welche Überraschung, er schreibt uns, dass er die Wäsche bereits für uns bezahlt habe und wir dies als Geschenk annehmen sollen. Wir sind gerührt, was für eine liebe Geste. Die Iraner erleben wir immer wieder als sehr hilfsbereite und freigiebige Menschen.
Obschon es uns in Tabas sehr gut gefällt, reisen wir langsam weiter und erleben die angrenzende grosse Wüste Kavir in ihrer Vielfältigkeit.



Riesiger Salzsee in der Wüste Kavir


In der Oase Khor machen wir eine Pause um Wasser zu tanken das zuerst von Joe vorgekostet wird. Wasser wird seit alters her in Quanaten, das sind unterirdische Kanäle, durch die Stadt geleitet.



Die französische Familie, die mit uns auf der Fähre war, hat auf einer Farm in der Kavir eine Bleibe gefunden. Wir machen auf der Durchfahrt einen kurzen Besuch bei ihnen. Schön zu sehen, dass sie es in der dörflichen Abgeschiedenheit gut haben und sie gut versorgt sind.

Oasendorf mit zum Teil renovierten Adobehäusern.


Unterwegs in der Kavir



Fotoshooting mit jungen Iranern und Juvi beim Wasserspeicher in der Wüste.



Auch wir bleiben zu Hause, zwar an wechselnden Standorten, aber immer mit der nötigen Distanz.

In der Wüstenstadt Yazd wollen wir unser Visum verlängern lassen. Bereits bei der Einfahrt weisen viele Plakate auf die Gefahr vor dem Corona Virus hin. Die Strassen sind fast leer.



Leider ist das Büro für Visa wegen dem Neujahrsfest noch geschlossen. Wir fahren ins Stadtzentrum und besuchen die wunderschöne Altstadt. Hotels, Cafés und Restaurants sind verständlicherweise geschlossen. Die Stadtführer, die wir bei der Freitagsmoschee antreffen, erzählen uns, dass vor einem Jahr um diese Zeit die Gassen und Plätze voll von Besuchern waren.







Natürlich benutzen wir den Stadtbesuch um Einkäufe für unseren täglichen Bedarf zu machen. Bei einer Bäckerei können wir noch ofenwarmes Brot kaufen und der Obst- und Gemüseladen ist gut bestückt mit frischen Waren.


Wir ziehen uns danach gerne wieder in die Einsamkeit der Wüste zurück und finden nicht weit entfernt einen pittoresken Platz zwischen den Sanddünen. Hier bleiben wir erstmal bis wir in vier Tagen einen erneuten Versuch in der Stadt machen um unsere Visa zu verlängern.


